Hühner – Vögel, die nicht fliegen können

Können wirklich alle Vögel fliegen?

Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn, so heißt es. Obwohl Hühner nun wirklich nicht gut sehen, ist die Nahrungsaufnahme für sie ein entscheidender Grund, nicht fliegen zu müssen. Hühner lieben Würmer und andere Insekten sowie Klee, Löwenzahn und Brennnessel. All das finden sie auf oder im Boden. Warum also in die Luft gehen?

Hühner finden fliegen schrecklich anstrengend. Eigentlich sind sie zu schwer, um vom Boden abzuheben und ihre Flügel sind für ihren Körper zu klein. Es kostet sie unheimlich viel Energie, sich in die Lüfte zu erheben. Da sie dafür keine Notwendigkeit sehen, bleiben sie lieber gleich am Boden. Das spart Energie, die sie dann für die Futtersuche einsetzen können und in geselliger Runde mit ihren Hühnerfreundinnen verbringen können.

Hühner bei ihrer Lieblingsbeschäftigung
Hühner bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Wenn es aber darum geht, als erster an einer ergiebigen Futterstelle zu sein, können Hühner unheimlich schnell rennen. Ihre Beinmuskulatur ist viel ausgeprägter als die Muskeln in den Flügeln. Alle Verwandten der Hühner, zum Beispiel Truthahn, Auerhahn oder Fasan, halten übrigens genauso wenig vom Fliegen.

Truthahn, Auerhahn, Fasan
Truthahn, Auerhahn, Fasan

Ähnlich verhält es sich mit dem Pinguin. Aufgrund seiner kleinen Flügel und seines relativ hohen Gewichtes findet auch er das Fliegen zu anstrengend. Als er dann herausfand, dass er im Wasser die besten Leckerbissen findet, wenn er sich beim Tauchen etwas anstrengt, hat er das Fliegen vernachlässigt und es bis zum heutigen Zeitpunkt völlig verlernt. Die Lieblingsmahlzeit ist nun mal Fisch!

Dafür hat er seine Fähigkeiten unter Wasser kultiviert und schießt stromlinienförmig durch das Wasser. Bis zu 100 m tief kann er nach seiner Beute tauchen. Da der Pinguin das ganze Jahr am Südpol lebt und seinen Winterurlaub nicht im Süden verbringt, ist das ein weiterer Grund, warum das Fliegen überflüssig geworden ist.

Pinguine können nicht fliegen, aber prima schwimmen
Pinguine können nicht fliegen, aber prima schwimmen

Aber wenn Du denkst, dass Hühner und Pinguine die einzigen Vögel sind, die nicht fliegen können, hast Du dich getäuscht! Es ist zwar so, dass irgendwann in grauer Vorzeit alle Vögel fliegen konnten, aber diejenigen, die keine Gründe mehr dafür hatten, können es heute schlicht und ergreifend nicht mehr. Insgesamt gibt es auf der Welt circa 30 Vogelarten, die nicht mehr fliegen können und müssen.

Denn nicht nur für die Hühner und die Pinguine ist das Fliegen sehr anstrengend. Jeden Vogel kostet das Fliegen sehr viel Kraft. Und je schwerer der Vogel ist, desto anstrengender wird es. Das erkennst Du schon daran, dass kleinere Vögel aus dem Stand fliegen können, während größere Vögel einen riesigen Anlauf brauchen.

Die meisten flugunfähigen Vögel leben auf Inseln, wo sie keine großen Strecken mehr zurücklegen müssen und auch wenig Feinde haben, die sie unbedingt auffressen wollen. Daher müssen Sie auch nicht fliegend vor ihnen flüchten.

Einige der flugunfähigen Vögel kennst Du sicher. Zum Beispiel Strauße, Emus oder Kiwis. Aber nur weil Vögel nicht fliegen können, heißt es nicht, dass sie dümmer oder minderwertiger sind. Sie haben sich einfach in eine andere Richtung weiter entwickelt.

Strauß, Emu und Kiwi
Strauß, Emu und Kiwi

Und mal ganz ehrlich – wenn Du morgens deine leckeren Spiegeleier genießt, es ist doch ganz gut, dass die Hühner mehr Energie zum Eier legen verwenden als zum Fliegen! Oder?

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