Leben in der Schwerelosigkeit – optisch jung, physisch problematisch!

Viele träumen in ihrer Kindheit davon Astronautin oder Astronaut zu werden. Ins All fliegen, berühmt werden und die Erde mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Aber wussten Sie eigentlich, dass dieser spektakuläre Beruf einen super verjüngenden Vorteil bietet? Zugleich aber auch einige nicht ganz so schöne körperliche Effekte mit sich bringt?

Auf der Erde sehen wir ganz schön alt aus!

Unser Körper ist eine komplexe Maschinerie, die sich in der Schwerelosigkeit anders verhält als wir es von der Erde gewohnt sind. Denn wenn die Schwerkraft fehlt, ändert sich die Wasserverteilung im Körper. Die Flüssigkeit wird nach oben Richtung Kopf gedrückt, das Gesicht wirkt aufgedunsen, die Beine werden dünner – „puffy face“ und „chicken legs“. Das sich im Gesicht ansammelnde Wasser hat den netten Effekt, dass es die Falten herausdrückt und man somit optisch jünger wirkt. Toll!!! Doch leider nicht für die Ewigkeit, denn sobald man den Orbit wieder verlässt und die Erde betritt, sind die Falten wieder da! Schade, aber das Leben ist nun mal kein Tanzlokal!!!

Keine kulinarischen Erlebnisse…

Eine weitere Folge dieser Flüssigkeitsumverteilung ist, dass die Mund- und Nasenschleimhäute stärker durchblutet werden und anschwellen, so wie wir es von einem Schnupfen kennen. Der Geschmack des Essens verändert sich, denn mit eingeschränktem Geruchssinn schmecken wir anders oder weniger intensiv als sonst (https://www.phywe.de/de/warum-schmecken-fast-alle-speisen-sehr-aehnlich-und-lasch-wenn-wir-einen-schnupfen-haben.html). Wer also gerne isst, sollte Weltraumausflüge meiden und lieber auf der Erde einen Restaurantbesuch planen!

Nase zu halten, ein zeitintensives Vorhaben!

Apropos Essen…Wir wissen, was oben reingeht, kommt unten auch wieder raus. Gelegentlich begleitet durch Geruchs- und Geräusch-intensive Nebeneffekte – dem Pupsen!  Der Grund hierfür ist, dass die durch das Essen aufgenommene Luft, den Körper in der Schwerelosigkeit nicht nach oben verlassen kann, z.B. durch Aufstoßen, sondern nach unten in den Darmtrakt wandert. Dies führt zu vermehrtem Pupsen und sinkender Beliebtheit bei den Kolleginnen und Kollegen auf engem Raum. Aber was soll man machen, irgendwo muss die Luft ja hin!

In diesem Zusammenhang sei noch kurz erwähnt, dass das Pupsen in der Raumfahrt seit einigen Jahren von besonderem Interesse ist…Und zwar die Pupse des Bombardierkäfers! Denn dieser sollen als Vorlage für einen Satelliten-Antrieb dienen. Als Verteidigungsmechanismus genutzt, feuert der Käfer ein stinkendes, heißes Gasgemisch schubweise aus seinem Hinterleib. Das Prinzip beruht auf der Vermischung zweier Chemikalien, die miteinander reagieren und unter Druck herausgeschossen werden. Diese gepulste Schusstechnik dient als Grundlage für die Entwicklung eines Pulsantriebs für Satelliten. Genial!

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

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