Als die rosarote Brille noch überflüssig war…

Cyanobakterien gibt es vermutlich seit über 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde. Damit gehören sie zu den ältesten Lebensformen auf diesem Planeten!

Untersuchungen zu Folgen besiedelten diese Bakterien zu Urzeiten die Ozeane, noch bevor es überhaupt Algen gab, geschweige denn höhere Lebewesen. Den Beweis fanden Forscher in Gesteinsproben unterhalb der Wüste Sahara in Nordafrika. Das 1,1 Milliarden Jahre alte Sedimentgestein eines ausgetrockneten Meeres enthielt fossile Farbpigmente sowie Spuren von Cyanobakterien. Bei den gefundenen Farbstoffen, handelte es sich um Porphyrine. Diese sind Bestandteile des Chlorophylls, dem grünen Pigment, das von Pflanzen gebildet wird, die Photosynthese betreiben, das heißt, die zur Energiegewinnung Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht in Sauerstoff und Glucose umwandeln. Ebenso kommen Porphyrine im Hämoglobin vor, dem roten Blutfarbstoff, und sind beispielsweise auch verantwortlich für die Gelbfärbung der Haut im Falle einer Leberentzündung (Hepatitis).

Die älteste Farbe der Welt

Den Ur-Bakterien diente das Porphyrin, ähnlich wie das Chlorophyll den heutigen Pflanzen, zur Energiegewinnung aus Sonnenlicht. Gelöst in Wasser sind sie allerdings nicht grün, sondern zeigen sich je nach Verdünnung in einem Farbspektrum von rosa bis rot! Aufgrund der rosa Farbpigmente der Cyanobakterien und deren Besiedelung der Meere, liegt die Vermutung nahe, dass die Ozeane zu damaliger Zeit rosa gewesen sein könnten. Welch schöne Vorstellung! Das könnte dann in etwa so ausgesehen haben:

Heute besitzen Cyanobakterien ebenfalls Chlorophyll und können wie Pflanzen Photosynthese (https://www.phywe.de/de/geraetesatz-quot-photosynthese-quot.html) betreiben. Sie werden auch als Bindeglied zwischen Bakterien und Algen bezeichnet. Aber sie verfügen nicht nur über Chlorophyll, sondern haben, gegenüber Pflanzen, noch sogenannte Phycobilisomen, die es ihnen ermöglichen noch einen anderen Teil des Lichtspektrums für die Photosynthese zu nutzen. Die Phycobilisomen enthalten wiederum Phycobiline wie Phycocyanin (blau) oder Phycoerythrin (rot), die hier die Licht sammelnden Pigmente darstellen. Je nachdem, welches Phycobilin überwiegt, erscheinen die Cyanobakterien blaugrün oder rötlich, können aber auch braun oder schwarz in Erscheinung treten.

Cyanobakterien können gefährlich sein!

Übrigens…Diese Bakterien sind nicht nur bunt, sie können auch gefährlich sein! Denn einige produzieren Toxine (Gifte), die unter anderem Augen- und Hautreizungen, Magen- und Darmerkrankungen oder Kopfschmerzen auslösen können. Zudem fanden australische Forscher ein Toxin in den Zellen von Alzheimer Patienten, das auch von diesen Bakterien hergestellt wird…

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