Achtung! Zieh den Kopf ein!

Wenn man ihn wirft, kommt er zu uns zurück! Dieser Auffassung sind wahrscheinlich die meisten Menschen, wenn sie an einen Bumerang denken. Aber ganz so einfach ist das nicht. Es hängt von mehreren Faktoren ab, ob der Bumerang zu uns zurückkommt oder nicht. So sind beispielsweise die Wurftechnik sowie die richtige Kombination aus Form und Profil (Oberseite leicht gewölbt und nach außen verjüngt) für seine Rückkehr entscheidend.

Zuallererst einmal…

Voraussetzungen für die Wiederkehr des Bumerangs sind, dass er sich während des Fluges stabil dreht, seine Flügel weitgenug vom Schwerpunkt entfernt sind und diese einen aerodynamischen Auftrieb während des Drehens ermöglichen.

…und weg damit!

Nach dem Wurf bewegt er sich auf zweierlei Art durch die Luft, einerseits rotiert er und andererseits bewegt er sich vorwärts. Da seine Flügel (es können übrigens mehr als zwei sein!) während des Fluges ständig aus einer anderen Richtung angeströmt werden, entsteht je nach Richtung auch eine unterschiedliche Auftriebskraft. Die über den Bumerang strömende Luft strömt schneller (Unterdruck) als unterhalb (Überdruck), wodurch der Auftrieb zustande kommt (siehe hierzu auch unseren Beitrag zum Bernoulli-Effekt). Die Rotationsbewegung hält den Bumerang in der Luft – ein Effekt, den man beispielsweise auch bei fliegenden Hubschraubern beobachten kann. Durch die unsymmetrische Bauweise und die Rotation greifen die Auftriebskräfte aber nicht den Schwerpunkt bzw. Rotationsmittelpunkt an, sondern davor und leicht oberhalb. Dadurch erhält jeweils der Flügel, der sich im Flug weiter vorne befindet, einen stärkeren Auftrieb. Durch diesen ungleichmäßigen Auftrieb zwischen vorderem und hinterem Flügel kommt zu einem Kippen des Bumerangs, der somit leicht geneigt ist. Diese Schräglage ist der Grund dafür, dass der Bumerang zu uns zurückkehrt, das heißt, er ändert seine Flugrichtung Stück für Stück bis er sich um 360 Grad gedreht hat, welches idealerweise am Abwurfpunkt der Fall ist.

Wissenswertes

  • Es gibt Bumerangs für Links- und für Rechtshänder; üblicherweise fliegen die mit der rechten Hand geworfenen Bumerangs nach links und umgekehrt.
  • Ursprünglich wurde der Bumerang als nicht-zurückkehrende Jagdwaffe („Kylie“) entwickelt und konnte bis zu 2 Kilogramm schwer und 1,30 Meter lang sein.
  • Archäologische Funde zeigen, dass nicht nur die Aborigines in Australien Bumerangs verwendeten; der älteste Bumerang wurde in den polnischen Karpaten gefunden, wurde aus einem Mammutstoßzahn hergestellt und auf ein Alter von ca. 23.000 Jahren datiert.  
  • In den 1930er Jahren wurden die Bumerangs als Sportgerät entdeckt; es werden sogar Europa- und Weltmeisterschaften in dieser Sportart ausgetragen.

Ein eng verwandtes Phänomen hierzu ist die Präzession, bei der sich ein Kreiselkörper unter einer bestimmten Krafteinwirkung quer zur Drehachse fort bewegt:

https://www.phywe.de/de/kreiselgesetze-kreisel-mit-3-achsen.html#tabs1

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

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